Historische Bergbaulok soll erhalten bleiben – KBB 1999 e.V. und Karnaper Bürger kämpfen für ein Denkmal

Karnap. Die geplante Entfernung einer alten Bergbaulok sorgt in Essen-Karnap für Unmut und mobilisiert engagierte Bürgerinnen und Bürger. Seit vielen Jahren steht die kleine Lokomotive auf dem Spielplatz Lünschermannborn/Lohwiese – für die Karnaper mehr als nur ein Spielgerät. Sie ist ein emotionales Symbol für die bergmännische Tradition des Stadtteils und ein Stück lebendiger Erinnerungskultur.

Jetzt droht der Lok das Aus. Aus sicherheitstechnischen oder stadtplanerischen Gründen – so die ersten Informationen – soll sie entfernt werden.

Nun will die IG BCE diese in ein Museum nach Recklinghausen verbringen. Doch genau das stößt im Stadtteil auf deutlichen Widerstand.

Das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. wehrt sich mit klaren Worten und einem konkreten Ziel: Die Lok soll nicht aus Karnap verschwinden, sondern erhalten und neu ins Stadtbild integriert werden – als Denkmal.

In einem offiziellen Schreiben wandte sich der Verein an die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Diese Lok ist weit mehr als ein Spielgerät“, heißt es darin. „Sie ist ein Identifikationspunkt für die Menschen im Stadtteil.“ Besonders betont wird die Bedeutung der Lok für die ältere Generation, die ihre eigene Vergangenheit im Bergbau hier wiedererkennt – und für Kinder, die spielerisch mit dieser Tradition in Berührung kommen.

Der Verein schlägt vor, die Lok nicht zu verschrotten oder in ein Museum zu geben, sondern an einem neuen, symbolträchtigen Ort im Stadtteil aufzustellen. Bereits ein geeigneter Standort wurde ins Auge gefasst: ein städtisches Grundstück am Entree von Karnap, gut sichtbar und mit viel Raum für eine würdige Gestaltung – ähnlich der bereits bestehenden Seilscheibe, die an einer anderen Stelle in Karnap an die Bergbauvergangenheit erinnert.

„Wenn die IG BCE bereit ist, die Kosten für einen Kran und den aufwendigen Transport bis nach Recklinghausen zu tragen, dann muss es doch erst recht möglich sein, diese Lok kostengünstiger im eigenen Stadtteil aufzustellen“,betont Thorsten Kaiser, vom KBB 1999 e.V.  „Das wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoller, sondern würde auch der lokalen Identität deutlich mehr gerecht werden.“

Zugleich betont der Verein, dass es sich um ein gemeinschaftliches Anliegen handelt – fernab parteipolitischer Interessen: „Für uns ist wichtig, dass dieses Thema nicht zum Spielball im anstehenden Kommunalwahlkampf wird. Der Erhalt der Lok ist ein Anliegen der Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von Parteifarben.“

Die Lok soll bleiben – als Zeichen einer stolzen Vergangenheit und als Ort der Erinnerung für die Zukunft.